Wikis wissenschaftlich betrachtet

Für heute hatte ich mir vorgenommen, die Sonderausgabe von kommunikation@gesellschaft “Wikis - Diskurse, Theorien und Anwendungen” anzusehen. Zum Ende des Editorials musste ich dann meine Augenbraue heben, als ich den letzten, skurril formulierten Absatz las:

PS: Dieser kollaborativ erstellte Einleitungstext wurde nicht in einem Wiki geschrieben, sondern mittels Telefonkonferenzen, dem Überarbeitungsmodus von Textverarbeitungsprogrammen sowie im E-Mail-Austausch kollaborativ konzipiert, geschrieben, diskutiert und schließlich überarbeitet. Die uns zu Verfügung stehenden Wikis wurden nicht zuletzt deshalb nicht genutzt, weil das damit behauptete soziale Integrationpotenzial in der Vergangenheit nicht hinreichend realisiert werden konnte.

Na, das liest sich ja so, als ob es nicht gelungen ist, gewisse Widerstände unter den drei Autoren abzubauen ;-) Das würde sich dann ja auch mit Franz Nahradas Fazit decken:

In der Projektorganisation trat zusätzlich die folgende Schwierigkeit auf: man kann leicht Resultate aus einem Wiki heraus entnehmen (Kopieren in ein Word - Dokument z.B.), aber die Eingabe fällt vielen Leuten sehr, sehr schwer: ohne einen WYSIWYG - Editor mit der Möglichkeit, Textverarbeitungsdolumente auch zu importieren und nicht nur zu exportieren, wird Wiki sicherlich ein Minderheitentool bleiben [17]. Das ist schade, ist doch Wiki wirklich ein einmaliges Werkzeug für das Verfassen und die Dokumentation von gemeinsam erarbeiteten Resultaten. Wichtig ist dass diese auch für Außenstehende überschaubar bleiben und im Rahmen des Wiki von einer Community mit klaren Codes weiterentwickelt werden.

Nun denn, ich sehe das nicht so pessimistisch. Bei Wiki-Einführungen gibt es immer Berührungsängste, die man aber abbauen kann. Insgesamt ist die Veröffentlichung lesenwert, werden doch viele theoretische und einige praktische Hintergründer beleuchtet. Wie schon Jochen Robes geschrieben hat, sehe ich allerdings wenig Bezug zur betrieblichen Praxis.

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